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Die Probefahrt

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Support posted on 25 Aug 2010 7:10 PM

Die Probefahrt

Lassen Sie sich Zeit

Nehmen Sie sich mindestes eine halbe Stunde Zeit, es geht um ihre Sicherheit und um ihren Geldbeutel. Lassen Sie sich von keinem Verkäufer unter Zeitdruck setzen. Suchen Sie im Vorfeld eine Teststrecke aus, auf der Sie das Fahrverhalten unter allen Bedingungen testen können. Dazu gehören Kurvenlage, Durchsetzungsvermögen am Berg genauso wie eine unebene Strecke und eine Autobahnfahrt. Auch eine Fahrt durch die Waschanlage sollte auf dem Programm stehen: eventuelle Undichtigkeiten (speziell im Fuß- und Kofferraum) treten zum Vorschein.


Sicher Sie sich ab

Fragen Sie nach der Absicherung des Fahrzeugs im Schadensfall und klären Sie in diesem Zusammenhang, ob eine Selbstbeteiligung von Ihnen verlangt werden kann. Um böse Überraschungen vorzubauen, achten Sie sofort nach dem Anlassen auf die Kühlwasser-Temperatur. Schnellt diese auf Betriebstemperatur, können Sie davon ausgehen, daß das Auto warmgefahren wurde, um Ihnen Mängel zu verheimlichen, die normalerweise nur bei kaltem Motor auftreten. Jetzt heißt es Augen auf - möglicherweise will man Sie für dumm verkaufen: Auch nur zeitweilig auftretende Mängel (Ventilklappern/Klopfgeräusche bei kaltem Motor) können einen Motorschaden nachsichziehen.


Kupplung prüfen

Hören Sie auch genau auf die Kupplung: - Ein defektes Kupplungsdrucklager ist der Auslöser von einem Rasseln, das sich legt, wenn Sie im Stillstand das Kupplungspedal durchtreten. - Verschlissene Synchronringe verursachen Kratzgeräusche, wenn Sie die Gänge während der Fahrt einlegen. Beides sind Punkte, die Sie unbedingt gegenüber dem Verkäufer erwähnen sollten.


Ölverbrauch

Achten Sie auf übermäßige Rauchentwicklung. Die Farbe der Abgase sagen viel über den Motorzustands aus. Weiße Wolken entstehen, wenn Kühlwasser in den Verbrennungsraum des Autos gelangt. Eine Hinweis auf mögliche schadhafte Zylinderkopfdichtungen. Blaue Wolken entstehen, wenn Öl mitverbrannt wird. Defekte Ventilschaftdichtungen oder verschlissene Ölabstreifringe an den Kolben sind meist der Auslöser.


Auspuff

Gibt der Auspuff ein abnormales Blasen oder Klappern von sich, kann es sich um einen beschädigten Katalysator oder Schalldämpfer handeln. Oder der Mangel rührt von einer Durchrostung oder einer defekten Auspuffdichtung her.


Bremsentest

Die Bremsen sind der wichtigste Teil beim Auto. Insofern sollten Sie sie gründlich untersuchen und den ein oder anderen Bremstest durchführen. Achten Sie jedoch darauf, daß keine Unfallgefahr und Verkehrsgefährdung besteht. Weisen Sie ihre Beifahrer auf ihr Vorhaben unbedingt hin. Um die Bremsen auf ihre Funktionsfähigkeit und Schwächen zu überprüfen, genügt eine Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern. Bremsen Sie den Wagen aus Tempo 40 ab und lassen Sie dabei das Lenkrad los. Bricht der Wagen aus, ziehen die Bremsen ungleichmäßig. Ist dies der Fall, können Sie mit dem Austausch von Bremsscheiben, - belägen und sogar Bremskolben rechnen. Der Wagen darf nicht ausbrechen. Der folgende Test gilt für ABS unterstützte Wagen. Fahren Sie erneut Tempo 40. Halten Sie diesmal das Lenkrad fest. Nun vollführen Sie eine Vollbremsung auf nasser oder unbefestiger Straße. Funktioniert das ABS einwandfrei, dürfen die Räder erst kurz vor Stillstand blockieren. Die Handbremse steht im Mittelpunkt dieses Test. Ziehen Sie sie bei Schrittgeschwindigkeit an. Sofortiges Blockieren der Hinterräder ist wichtig, wenn sich nicht viel tut sind entweder die Bremsbeläge schlecht oder die Handbremsseile sind fest.

 

Stoßdämpfertest

Schwimmt der Wagen und tritt schleche Stoßdämpferwirkung auf, können Sie davon ausgehen, daß die Stoßdämpfer defekt sind, möglicherweise sogar Öl verlieren.


Lenkung
Bei jeder Geschwindigkeit achten Sie auf die Vibrationen des Wagens und des Lenkrads. Flattert es, liegen eine Unwucht der Vorderreifen oder beschädigte Felgen vor. Das Lenkrad darf auch kein übermäßig großes Spiel haben sonst sind wahrscheinlich die Spurstangenköpfe ausgeschlagen.


Innenausstattung

Auch weitere Ausstattungen müssen einem Funktionstest unterzogen werden, dazu zählen unter anderem Fensterheber, Schiebedach, Sicherheitsgurte, Türschlösser, Hupe, Blinker, Radio, die Beleuchtung der Armaturen.

Nach der Fahrt

Öl und Kühlwasser

Untersuchen Sie nach der Fahrt den Motor: Dabei sollten keine Spuren von Öl oder Kühlwasser zu finden sein. Sollte es doch der Fall sein, konfrontieren Sie den Verkäufer mit der Entdeckung.
Bei geringfügigem Ölverlust bestehen Sie auf die Behebung des Mangels, bei größerem Ölverlust haben Sie nur eine Möglichkeit: Nehmen Sie Abstand von diesem Fahrzeug, die Zylinderkopfdichtungen sind defekt.
Das Kühlwasser darf weder rostig noch ölig sein. Sollte der Kühler lecken, muß er ausgetauscht werden. Lecken Schläuche müssen auch diese ausgetauscht werden. Sprudelt das Kühlwasser - bei kaltem oder laufenden Motor - im Ausgleichsbehälter, ist auch hier eine defekte Zylinderkopfdichtung die Ursache. Öffnen Sie nie den Kühler. Wenn der Motor heiß ist, besteht akute Verbrühungsgefahr.


Unter dem Auto

Das Fahrzeug sollte auch von unten begutachtet werden. Sie sollten ganz besonders auf Ölverlust an Geriebe, Differenzial und Motor prüfen. Prüfen Sie den Rahmen und Unterboden auf Beschädigungen und Durchrostung. Neuer Unterbodenschutz läßt auf Instandsetzung schließen. Es dürfen auch keine sonstigen Undichtheiten auftreten, wie z. B. an Stoßdämpfer und Kühlsystem. Die Reifen sollten eine gleichmäßige Profiltiefe aufweisen. Bremsschläuche und Leitungen dürfen nicht verrostet oder porös sein.

Generell gilt ein Fahrzeug, das schon ein paar Jahre auf den Buckel hat, sollte man nur mit neuer Tüvabnahme kaufen. Der Mann vom Tüv kennt die Schwachpunkte der einzelnen Fahrzeuge genau und wird Sie auch finden. Lassen Sie sich unbedingt den Prüfbericht zeigen, darauf stehen auch Mängel, die nicht sofort beseitigt werden müssen.


Mängel

Wenn Sie Mängel festgestellt haben, lassen Sie die Mängel beseitigen oder mindern den Kaufpreis dementsprechend ab. Sollten die Mängel zu groß sein, dann lassen Sie lieber die Finger von dem Wagen.

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